Verdacht Chlorgasaustritt

Einsatzort Details:

Herforder Straße, Hiddenhausen
Datum: 15.03.2017
Alarmierungszeit: 20:46 Uhr
Einsatzende: 21:46 Uhr
Einsatzdauer: 1 Std. 0 Min.
Alarmierungsart: Funkmeldeempfänger
eingesetzte Kräfte :

Löschzug Schweicheln-Bermbeck
Hauptamtliche Wache Herford
    Umweltschutz

    Einsatzbericht :

     

    Der Löschzug Schweicheln-Bermbeck war am Mittwochabend (15.03.2017) auf dem Eickhof-Gelände an der Herforder Straße im Einsatz. Nach ersten Meldungen hatten Besucher der dortigen Schwimmhalle Chlorgasgeruch wahrgenommen. Die Feuerwehr führte Messungen durch und gab schnell Entwarnung.

    Gegen 20.40 Uhr soll es in dem Bad, das vom Kreis Herford betrieben wird, auffällig nach Chlor gerochen haben. Gleichzeitig schaltete die Dosieranlage auf Störung. Eine Blitzlampe leuchtete auf, um die Besucher zu warnen. Die beiden letzten Schwimmgäste verließen daraufhin umgehend das Gebäude. Die zuständige Sicherheitszentrale in Oldenburg, die einen entsprechenden Alarm erhalten hatte, vermutete einen Chlorgasunfall und verständigte die Feuerwehr. Das Chlor wird dem Schwimmwasser normalerweise als Hygienemittel in einer äußerst geringen Dosis beigemengt.

    Um 20.47 wurden die Feuerwehrleute vom Löschzug Schweicheln-Bermbeck alarmiert. Deren Gerätehaus grenzt direkt an das Eickhof-Gelände. Gleichzeitig setzte die Leitstelle, so wie es die Alarm- und Ausrückeordnung für einen solchen Fall vorsieht, den Gerätewagen-Messtechnik der Hauptamtlichen Wache Herford in Marsch. Ein Sicherheitsangestellter versorgte die Wehrleute vor Ort mit Informationen. Der Angriffstrupp rüstete sich mit Atemschutzgeräten aus und erkundete die Schwimmhalle und den Technikraum, in dem sich die Dosieranlage befindet, mit einem speziellen Messgerät samt Sonde. Die Messungen mit dem Multigasdetektor zeigten recht schnell, dass offenbar kein Chlor ausgetreten war. Der herbeigeeilte Hausmeister klärte die Situation. Die Anlage hatte wohl deshalb auf Störung geschaltet, weil sich ein zu geringer Anteil des Hygienemittels im Schwimmwasser befand. Von der Sicherheitszentrale war diese Meldung offenbar falsch interpretiert worden. Die beiden Badegäste hatten sich bereits vor Eintreffen der Feuerwehr entfernt und konnten nicht mehr befragt werden.

    Chlorgasflaschen gibt es in dem Schwimmbad auf dem Eickhofgelände aus Sicherheitsgründen ohnehin nicht. Der Stoff wird vielmehr in der Dosieranlage durch das Zusammenmischen von verschiedenen Chemikalien erzeugt. Für die Feuerwehr war der Einsatz nach knapp einer Stunde beendet. Im Februar 2010 waren an gleicher Stelle elf Teilnehmerinnen einer Aquagymnastikgruppe durch eine Überchlorung des Wassers verletzt worden. Daraufhin hatte der Kreis Herford die Technik des Schwimmbades erneuert.

    Bereits das Einatmen von geringen Mengen Chlorgas kann die Atemwege schädigen. Die Symptome reichen von Husten und Schmerzen im Brustkorb bis zur Wasseransammlung in der Lunge. Chlor reizt die Haut, die Augen und die Atemwege. Kleine Konzentrationen, wie sie in Schwimmbädern üblicherweise verwendet werden, rufen jedoch keine derartigen Erscheinungen hervor. Der Stoff ist deshalb das weltweit am häufigsten genutzte Desinfektionsmittel.

                                                                                                                                                        -Vo-

     

    sonstige Informationen

    Einsatzbilder