Mit den Spendengeldern wird der Dienstbetrieb finanziert.20240113 131706

Hiddenhausen. Zurück in den Kreislauf der Natur: Unter diesem Motto fand am vergangenen Wochenende  (12.01./13.01.2024) die Tannenbaumsammlung  der Jugendfeuerwehr Hiddenhausen statt. Der Feuerwehrnachwuchs holte das nadelnde Tannengrün direkt an den Haustüren ab und brachte es zum Entsorgungsunternehmen Kompotec in Enger Belke-Steinbeck. Am Ende summierte sich das Gewicht der ausgedienten Bäume auf rund zwölf Tonnen, und die Jugendlichen freuten sich über zahlreiche Spenden für die Nachwuchsarbeit.

Bereits am Freitag habe die Sammelaktion im Ortsteil Hiddenhausen begonnen, sagt Patrick Knafla, Chef der Jugendfeuerwehr Eilshausen.

„Die  Beteiligung der Bevölkerung ist gut“, zieht er ein erstes Fazit. Am Samstag wird die Sammlung, die den Auftakt des Dienstjahres bildet,  mit verstärkten Kräften fortgesetzt. Die Jugendfeuerwehrleute aus der Großgemeinde sind deshalb früh aus den Federn gekrochen. Schon um 8.30 Uhr herrscht am Gerätehaus des Löschzugs Schweicheln-Bermbeck reges Treiben. 19 Jugendliche, darunter acht Mädchen, und rund 20 Helfer der aktiven Wehr sind in der Fahrzeughalle an der Bahnhofstraße zusammengekommen. Jugendwart Fabian Grün (28) und Stellvertreter Dustin Diekmann (24) haben die Umweltaktion akribisch vorbereitet und den Löschbezirk in zahlreiche Sammelabschnitte unterteilt. Schnell sind fünf Teams gebildet, die kleine Kartenausschnitte mit auf den Weg bekommen. Der Jugendfeuerwehrchef macht Druck: „Wir müssen vor Anbruch der Dunkelheit fertig werden!“, erklärt Grün.

 


(v.l.) Maximilien (13) und Maximilian (12) ziehen gleich mehrere ausgediente Weihnachtsbäume den Werreweg entlang.

 

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Die Weihnachtsbaumaktion der Jugendfeuerwehr Hiddenhausen verläuft erfolgreich: Zahlreiche Aktive packen mit an - 

örtliche Unternehmen haben die Transportfahrzeuge zur Verfügung gestellt.

Feuerwehr rückt mit Vierachser an

Um Punkt 9 Uhr machen sich die Nachwuchsfeuerwehrleute auf den Weg. Romi (11), Leander (16), Raphael (11) und Robin (12) zählen zur Mannschaft des Gerätewagen-Logistik, der an diesem Tag als Tannenbaum-Transporter dient. Unterwegs wird  die Gruppe schnell fündig. An den Hauseingängen und in den Hofeinfahrten liegen zahlreiche Bäume zum Abtransport bereit – abgeschmückt und frei von Lametta, so wie es das Umweltamt der Gemeinde gefordert hat. Während die Jugendlichen die Bäume herbeischaffen, stehen mit Florian Rabeneck und Lukas Beckmann zwei Feuerwehrmänner auf der Ladefläche bereit, um das ausgediente Nadelgrün sicher zu verstauen. Maximilien  (13) und Maximilian (12) ziehen auf dem Werreweg gleich mehrere Weihnachtsbäume hinter sich her, die sie an der Werrestraße zwischenlagern. „Puh, das ist ganz schön anstrengend“, sagt einer der Jungen, „und macht trotzdem Spaß“. Marie (11) und Freundin Leni (12) eilen in der Zwischenzeit mit dem Sparschwein von Haustür zu Haustür und sammeln fleißig Spendengelder ein. Mit süßen Leckereien und Getränken werden die Jugendlichen ebenfalls bedacht. Schließlich rückt die Feuerwehr mit einem Vierachser an, den ein örtlicher Tiefbauunternehmer für die Sammlung zur Verfügung gestellt hat. Der 32-Tonner ist mit einem Abrollcontainer beladen, der 40 Kubikmeter fasst. Mit vereinten Kräften werden die Bäume aufgeladen. Gegen Mittag haben die Jugendlichen bereits einen fünf Kilometer langen Fußmarsch hinter sich gebracht und das bei nasskaltem Wetter. Jetzt geht es zunächst einmal zurück zum Gerätehaus, wo sich der Nachwuchs aufwärmt und mit Pizza stärkt.

Unterstützung durch örtliche Unternehmen

Nach der Mittagspause folgt das Restprogramm. Gegen 15 Uhr sind schließlich alle Sammelbezirke „abgegrast“. Ein Kompotec-Mitarbeiter hat das Gehölz mittlerweile mit Hilfe eines Radladers zu einem haushohen Berg aufgetürmt. Der wird in den nächsten Wochen zu Rindenmulch und Holzhackschnitzeln verarbeitet. Die einstigen Weihnachtsbäume finden so im Garten- und Landschaftsbau neue Verwendung. Am Ende sind die beiden Jugendwarte der Großgemeinde zufrieden. Sie loben vor allem die gute Zusammenarbeit mit der aktiven Wehr. Einen besonderen Dank richten Patrick Knafla und Fabian Grün an die Unternehmen Wenner Metall, Schmellick Tief- und Landschaftsbau, Wolfgang Dehne Absetzmulden und Hartmann Kuriertransporte. „Ohne deren Transportfahrzeuge wäre die Aktion nicht möglich gewesen.“ Die Jugendfeuerwehr verfügt jetzt über ausreichende finanzielle Mittel, um den Dienstbetrieb in den  kommenden Monaten zu finanzieren. Im Sommer sind ein Zeltlager und der Besuch eines Freizeitparks geplant. Wo es genau hingeht, das will Grün noch nicht verraten. Außerdem plant die Jugendgruppe Schweicheln-Bermbeck im September ein Unihockeyturnier, zu dem alle Jugendfeuerwehren aus dem Kreisgebiet eingeladen sind.  

Vor mehr als 30 Jahren fand in Hiddenhausen die erste Tannenbaumaktion der Jugendfeuerwehr statt. Doch nicht nur in der Großgemeinde wurde Anfang des Jahres fleißig gesammelt. Die Sammelaktionen der Jugendfeuerwehren Enger und Herford-Schwarzenmoor zählen mittlerweile ebenfalls zum festen Ritual.


                                                                                                                        Von Jens Vogelsang

                                                                                                                         (Text u. Fotos)        

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Jugendfeuerwehr und aktive Wehr arbeiten reibungslos zusammen: (v.l.) Lukas

       Beckmann, Leander (16), Romi (11) und Florian Rabeneck.

 

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Viele Bürger unterstützen die Jugendarbeit mit einer Spende.

 

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(v.l.) Lola (13), Zoe (11) und Emma (11) lassen sich die Pizza schmecken.

 

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Jugendwart Fabian Grün ist mit dem Mannschaftstransporter unterwegs und koordiniert das Geschehen.  

 

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(v.l.) Marie (11) und Leni (12) sammeln fleißig Spendengelder.

 

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Endstation Kompotec: Die ausgedienten Weihnachtsbäume werden in den kommenden
   Wochen geschreddert und zu Mulch und Holzhackschnitzeln verarbeitet.

 

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