21. Kreisjugendfeuerwehrtag in Rödinghausen

Rödinghausen/Schweicheln-Bermbeck.  Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier hat am Samstag (25.10.2014) die Bedeutung der Nachwuchsarbeit für das Feuerwehrehrenamt hervorgehoben. „Die Früchte werden im Kreis Herford seit  langem geerntet“, sagte Meier während des 21. Kreisjugendfeuerwehrtags, der an der Gesamtschule in Rödinghausen-Schwenningdorf stattfand. „In den Jugendfeuerwehren lernen  junge Menschen sich für andere einzusetzen und wie wertvoll Kameradschaft und Teamgeist sind!“  Diese Tugenden konnten die Jungfeuerwehrleute bereits am gleichen Tag (einmal mehr) unter Beweis stellen: Vor dem offiziellen Teil wurde unter dem Motto  „Spiele ohne Grenzen“  der Wettbewerb um den Kreispokal ausgetragen.


Beim Boßenlturnier treten immer zwei Mannschaften im direkten Vergleich gegeneinander an.


Für Natascha Meier, die erst vor zwei Jahren das Amt als Kreisjugendfeuerwehrwartin von Vater Wolfgang übernommen hatte,  war es eine Premiere. Sie leitete erstmals einen Kreisjugendfeuerwehrtag. „Ich bin schon etwas aufgeregt“, gab sie kurz vor Beginn der Veranstaltung zu. Doch die Freude über eine ganze Reihe von Ehrengästen, die Meier anschließend begrüßen durfte, ließ die Nervosität schnell verschwinden. „Ihr seid uns wichtig“, sagte der stellvertretende Landrat Harmut Golücke. „Doch ist zwischen Laptop und Disco, zwischen Schule und Lehre eigentlich überhaupt noch Zeit für die Jugendfeuerwehr?“ Golücke beantwortete seine Frage mit einem klaren „Ja“;  denn die Jugendfeuerwehr sei eine sinnvolle und wertvolle Freizeitbeschäftigung – ein Hobby, das aufregend und herausfordernd zugleich sei.  Bundesweit gebe es rund 245.000 Jungfeuerwehrleute. Eine hoffnungsfrohe Zahl, wie der stellvertretende Landrat mit Blick auf möglichst viele Übertritte in den aktiven Dienst meinte.

Ein besonderes Lob bekamen die Jugendwarte und Betreuer zu hören: „Ihr sorgt dafür, dass der Laden läuft!“  Ernst-Wilhelm Vortmeyer, Bürgermeister in Rödinghausen, konnte da nur beipflichten: Die Jugendlichen würden super ausgebildet und seien deshalb später gut in die aktive Wehr zu integrieren.  Stellvertretender Kreisbrandmeister Bernd Kröger gab allerdings  zu bedenken, dass die Auswirkungen des demografischen Wandels seit einigen Jahren bereits bei den Jugendfeuerwehren sichtbar seien. „Zwischen den verschiedenen Jugendorganisationen hat längst ein Wettbewerb eingesetzt, die Kinder möglichst früh an sich zu binden.“ Deshalb sei der Gedanke der Kinderfeuerwehren mit einem Eintrittsalter von sechs Jahren geboren worden, für die noch die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssten. Außerdem, so Kröger, ließen die Ganztagsschulen nur wenig Zeit für zusätzliche Freizeitaktivitäten. „Nur wenn es gelingt, die Feuerwehren über Arbeitsgemeinschaften in den Ganztagsbetrieb der Schulen zu integrieren, werden wir unsere Mitgliederstärke halten können!“ Dazu sei allerdings die Unterstützung von Politik und Verwaltung erforderlich.


KJFW Natascha Meier zieht Bilanz.


In ihrem Jahresbericht kam Natascha Meier noch einmal auf die Aktivitäten im letzten Dienstjahr zu sprechen. Während des Kreisjugendzeltlagers am Hertha-See im Münsterland hätten 320 Jugendliche samt Betreuermannschaften ein harmonisches Wochenende verlebt. Meier bedankte sich besonders beim Jugendforum für die Unterstützung: „Ihr habt toll gearbeitet  und uns enorm entlastet!“  Beim „Tag der offenen Tür“  an der Kreisfeuerwehrzentrale seien die Jugendfeuerwehren ebenfalls mit von der Partie gewesen. „Löschübungen am Brandhaus, Kinderschminken, alkoholfreie Cocktails und eine Malaktion gehörten zu unserem Programm.“  Das Jahr 2014 bezeichnete Meier als Jubiläumsjahr:  „Gerade erst konnte das 45-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Löhne-Ort gefeiert werden!“ Allein in den letzten 25 Jahren seien über 780 Nachwuchskräfte aus den Jugendgruppen in die aktiven Einheiten gewechselt.  Viele ehemalige Jugendfeuerwehrmitglieder übernähmen heute Führungspositionen. „Und ich bin mir sicher, dass spätestens zum Jahresende die 800er-Marke geknackt ist.“   Das Anforderungsprofil der  Jugendfeuerwehr ändere sich nach den Worten der Kreisjugendfeuerwehrwartin stetig. „Dieser Herausforderung stellt sich das 140-köpfige Betreuerteam immer wieder auf ein Neues!“

 


Stellv. Landrat Hartmut Golücke: "Ihr seid uns wichtig!"


Den Wettbewerb um den Kreispokal hatten 14 Jugendfeuerwehrteams im Vorfeld des Kreisjugendfeuerwehrtags bei einem Boßelturnier ausgetragen. Eine schwere Holzkugel war dabei auf einem rund ein Kilometer langen Rundkurs nahe des Häcker-Wiehen-Stadions  möglichst weit zu kegeln. Die Anzahl der Kugelstöße entschied letztlich über das Endergebnis. In Ostfriesland ist diese Form der sportlichen Betätigung weit verbreitet, jedoch gehören Boßelturniere seit einiger Zeit auch in Rödinghausen zum festen Bestandteil des Vereinslebens.  Mit knappem Vorsprung konnte der Nachwuchs vom Löschzug Schweicheln-Bermbeck den Wettbewerb schließlich für sich entscheiden.  Wander- und Siegerpokal gingen damit nach Hiddenhausen,  wo (nach den Statuten) im Jahr 2015 der nächste Kreisjugendfeuerwehrtag stattfindet.  Auf den weiteren Plätzen landeten die Jugendfeuerwehren Rödinghausen-Süd und Löhne-Bahnhof.
„Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, die Erfolgsgeschichte unserer  Jugendfeuerwehr weiter auszubauen! Denn Jugendfeuerwehr ist 112 Prozent Zukunft!“, mit diesen starken und aufrüttelnden Worten beendete Natascha Meier den 21. Kreisjugendfeuerwehrtag.

 


Haben den Kreispokal gewonnen: (v.l.) Jasmin (17), Max (11), Timo (13), Dustin (17),
    Lukas (13) u. Noel (16) von der JF Schweicheln-Bermbeck


                                                                                                                        Von Jens Vogelsang
                                                                                                                        (Text u. Fotos)
 
Das Jugendfeuerwehrjahr in Zahlen:
Zum Jahresende 2013 konnte in den 20 kreisweit aktiven Jugendgruppen ein Mitgliederbestand von 457 Jugendlichen registriert werden. Ein Viertel davon sind Mädchen. 26 Übertritte in die aktive Wehr gab es im vergangenen Jahr zu verzeichnen. 63 Mädchen und Jungen konnten neu aufgenommen werden. Weiterhin sollte nicht unerwähnt bleiben, dass in den heimischen Jugendfeuerwehren 27 Jugendliche mit Migrationshintergrund mitwirken. Alles in allem investierten die 140 Betreuer rund 14.500 Stunden ihrer Freizeit für die Jugendarbeit.
                                                                                                                                                    -Vo-