Jahreshauptversammlung des Löschzugs Schweicheln-BermbeckHiddenhausen. Der Löschzug Schweicheln-Bermbeck hat am vergangenen Freitag (29.01.2016) während seiner Jahreshauptversammlung Bilanz gezogen. 2015 sei ein eher ruhiges Einsatzjahr gewesen, meinte Nicholas Jost, der die Einheit leitet. Aufgrund des umfangreichen Ausbildungs- und Veranstaltungsprogramms war unter den 38 Aktiven allerdings alles andere als Langeweile aufgekommen. Hiddenhausens Wehrführer Mario Daume, der an der Hauptversammlung im Gerätehaus an der Herforder Straße teilnahm, bedankte sich dann auch bei seinen Leuten für das große ehrenamtliche Engagement.
Peter Niederbäumer (Mitte) wurde nach 38 Dienstjahren in den Feuerwehr-Ruhestand
verabschiedet. (v.l.) Stellv. Löschzugführer Torge Brüning, stellv. Wehrführer
Bernd Gante, Wehrführer Mario Daume u. Nicholas Jost, Leiter des Löschzugs
Schweicheln-Bermbeck. (Foto: Jens Vogelsang)
Zu 61 Einsätzen war der Löschzug Schweicheln-Bermbeck im vergangenen Jahr ausgerückt. In der Mehrzahl handelte es sich um kleinere technische Hilfeleistungen, wie die Beseitigung von Unwetterschäden, Ölspuren und das Umsetzen von Wespennestern. Diese Einsätze seien personell nicht zu aufwendig gewesen, erläuterte Nicholas Jost. Deshalb sei die Zahl der Arbeitsstunden, die alle Aktiven zusammen geleistet hätten, auf 746 zurückgegangen (2014: 1.029 Stunden). Jost ging noch einmal auf eine Tierrettung ein, die den Feuerwehrleuten gleich zu Beginn des letzten Jahres viel Kopfzerbrechen bereitet hatte. Kätzchen „Alice“ war damals in ein sieben Meter tiefes, stillgelegtes und fast vollkommen verschlossenes Klärbecken gefallen. Den Feuerwehrleuten gelang es schließlich, in einer aufwendigen Aktion die Mietze wieder ans Tageslicht zu befördern. Jost rechtfertigte den vierstündigen Einsatz: „Wir konnten das Tier doch nicht dem sicheren Tod überlassen!“ Glimpflich verlief ein Küchenbrand, der sich im Februar am Kaiserweg ereignete. „Eine Bewohnerin zog sich allerdings Brandblasen an der Hand zu“, wie Schriftführerin Cathrin Pöppel berichtete. Im gleichen Monat rückten die Blauröcke mit dem Einsatzleitwagen nach Minden aus, wo nach dem Fund einer Weltkriegsbombe 3.000 Menschen evakuiert werden mussten. Der Sommersturm „Zeljko“ bescherte dem Löschzug gleich zwölf Einsätze auf einen Schlag. Kurzfristig ruhte in Schweicheln sogar der Bahnverkehr, weil die Feuerwehrleute zunächst einen Baum von den Schienen räumen mussten. Im Juli geriet eine Frau mit ihrem PKW auf der B 239 in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem Mulden-Kipper. Die Rettungskräfte der Feuerwehr leisteten bei diesem Einsatz technische Hilfe.
Auf dem Feuerwehrgelände an der Herforder Straße herrscht drangvolle Enge.
Vier Einsatzfahrzeuge stehen auf drei Stellplätzen. Ein weiterer Mannschafts-
transporter parkt unter freiem Himmel. Die Gemeinde hat bereits Abhilfe zugesagt.
(Foto: Bernd Kruse†)
Im vergangenen Jahr waren 57 Schul- und Kindergartenkinder im Gerätehaus zu Gast. Sie wurden über die Gefahren des Feuers aufgeklärt. Die Wehrleute selber nahmen ebenfalls an Schulungen teil: Sie lernten unter anderem bei den Stadtwerken Bad Salzuflen, wie beim Brand einer Gasleitung vorzugehen ist. Wehrführer Mario Daume lobte besonders die gute Nachwuchsarbeit, die in Hiddenhausen „wie am Schnürchen laufe“. Die Jugendfeuerwehr Schweicheln-Bermbeck hatte im September den Kreisjugendfeuerwehrtag ausgerichtet. Mit 98 Einsatzkräften sei die Feuerwehr Hiddenhausen die kleinste Wehr im Kreisgebiet. Jeder einzelne Aktive sei aus diesem Grund besonders gefordert. Deshalb müsse die Ausrüstung stimmen, wie Daume meinte. Rat und Verwaltung hätten mittlerweile erkannt, dass die räumliche Situation am Standort Schweicheln unzureichend sei und hier dringend etwas passieren müsse. Zuletzt war das Gerätehaus an der Herforder Straße vor 22 Jahren modernisiert worden. Zunächst einmal wird sich der Löschzug allerdings über einen neuen Lastwagen mit Ladebühne freuen dürfen. Der Wehrführer kündigte an, dass mit der Auslieferung des modernen Fahrzeugs, das in erster Linie für Umweltschutzeinsätze benötigt wird, bereits in diesem Sommer zu rechnen sei.
Jasmin Zeidler, Nicolas Schmidt und Florian Rabeneck verstärken seit dem letzten Jahr die aktive Einsatzabteilung. Sie wurden aus der Jugendfeuerwehr übernommen. Dafür nahm am Freitagabend ein verdienter Feuerwehrmann seinen Abschied. Nach 38 Dienstjahren, davon lange Zeit als stellvertretender Löschgruppenführer und Kleiderwart, wechselte Peter Niederbäumer auf eigenen Wunsch in die Feuerwehr-Ehrenabteilung. Eine fleißige Arbeitskraft mit viel Einsatzerfahrung verlasse damit den Löschzug, sagte Mario Daume bei der Übergabe der Abschiedsurkunde.
Von Jens Vogelsang
