In ganz Deutschland heulen die Sirenen zur Probe

Kreis Herford. Am Donnerstag (10.09.2020)  findet erstmals ein bundesweiter Warntag statt. Um 11 Uhr heulen von Flensburg bis Garmisch Partenkirchen die Sirenen. Damit folgt der Bund dem Vorbild Nordrhein-Westfalens, wo der Warntag bereits 2018 eingeführt wurde. Alle Kommunen im Kreis Herford beteiligen sich in diesem Jahr daran.  

Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass sich die Menschen bei heftigen Unwettern und schlimmen Großbränden oftmals nicht ausreichend gewarnt und informiert gefühlt haben. Mit dem Warntag soll die Bevölkerung sensibilisiert und auf die Verhaltensregeln im Katastrophenfall hingewiesen werden. „Ich halte es für wichtig, dass die Menschen wieder die Bedeutung der Sirenensignale kennen“, meint Kreisbrandmeister Bernd Kröger.

Im Kreis Herford ist der Aufbau des flächendeckenden Sirenennetzes weiter vorangeschritten. Vielerorts sind die notwendige Programmierung der Geräte und die Anbindung an die Leitstelle abgeschlossen. „Wir haben von allen Kommunen die Rückmeldung vorliegen, dass sie am bundesweiten Warntag teilnehmen“, sagt Simon Bertram vom Kreisordnungsamt. Die Leitstelle kann derzeit insgesamt 34 Sirenenstandorte im Kreisgebiet ansteuern und die auf- und abschwellenden Heultöne als Warnung vor Gefahren auslösen. In Bünde, Enger, Herford, Hiddenhausen, Löhne, Rödinghausen und Vlotho gibt es sowohl stationäre Sirenen  als auch   Warnfahrzeuge der Feuerwehr mit Lautsprecherdurchsagen. In Kirchlengern und Spenge sind momentan ausschließlich mobile Einheiten zur Bevölkerungswarnung vorhanden. Der Aufbau von weiteren fest installierten Sirenen sei gemeinsam mit den Kommunen bereits vorgeplant, heißt es aus dem Kreishaus.

 


Am 10. September findet erstmals ein bundesweiter Warntag statt. (Foto: Thomas Schulze, Wikipedia)

 


Die Kreisleitstelle löst überall im Wittekindsland Sirenenalarm aus. (Foto: Kreisverwaltung Herford)

 

Am 10. September lautet das Motto erstmals „Wir warnen Deutschland“. Um 11 Uhr löst die Kreisleitstelle im gesamten  Wittekindsland zunächst einen Dauerton aus, der eine Minute lang zu hören sein wird. Anschließend folgt ebenfalls über eine Minute hinweg ein an- und abschwellender Heulton. Der Probealarm endet um 11.20 Uhr wiederum mit einem durchgehenden Heulton, der Entwarnung signalisiert. Wer die Warn-App „NINA“ (Notfall-Information- und Nachrichten-App des Bundes) oder KatWarn auf seinem Handy installiert hat, wird zusätzlich mit einer Kurznachricht über den Probealarm informiert. Die Kreisverwaltung weist darauf hin, dass es in den Kommunen zum Teil noch ältere Sirenenmodelle gebe, die noch nicht auf die neuen Alarmtöne programmiert seien. Deshalb könne es zu unterschiedlichen Tonfolgen kommen.

Der auf- und abschwellende Heulton einer Sirene warnt bei Gefahren. Das können Brände, Unwetter, Schadstoffaustritte oder akute Bombenentschärfungen sein. Die Bevölkerung ist  in einem solchen Fall dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren, je nach Lage Gebäude zum Schutz aufzusuchen oder aus Sicherheitsgründen zu räumen, Nachbarn zu benachrichtigen und die Notrufleitungen nicht zu blockieren. „Schalten Sie das Radio ein, um sich mit weiteren Verhaltenshinweisen und Informationen zu versorgen“, rät  der Kreisbrandmeister.

 


Software des Leistellen Disponenten: Er kann je nach Lage Feueralarm, Bevölkerungswarnungen,
d.h. Warnungen für den Ernstfall, und Probealarm, so wie beim bundesweiten Warntag, auslösen.
(Foto: Kreisverwaltung Herford)

 

Zur Warnung der Bevölkerung bei einem örtlich begrenzten Schadensfall, einer Großeinsatzlage oder gar einer Katastrophe hat der Kreis Herford zusätzlich eine mobile Warneinheit aufgestellt. „Ziel ist es, die Bürger über ein Schadensereignis zu informieren oder vor dessen Folgen zu warnen“, erläutert der Kreisbrandmeister. Das Konzept sieht zwei Stufen vor. Unter dem Stichwort „Warnen 1“ rücken vier bis fünf Warnfahrzeuge der Feuerwehr aus, die unter Führung des Einsatzleitwagens aus Enger oder Kirchlengern stehen. Löst die Leitstelle unter dem Stichwort „Warnen 2“ Alarm aus, sind sogar neun bis zehn Warnfahrzeuge vorgesehen. Die Feuerwehrleute verbreiten dabei mit Kugellautsprechern vorgefertigte Warntexte. (Redaktion: kfv-herford.de)

 

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Mehr Informationen?

www.warnung-der-bevoelkerung.de

www.bundesweiter-warntag.de
www.warnung.nrw