Langwieriger Einsatz der Feuerwehr Hiddenhausen

Hiddenhausen. Zwei Männer haben am Donnerstagabend (18.03.2021) in Hiddenhausen-Eilshausen großes Glück gehabt. Sie flüchteten unverletzt aus ihrer Wohnung am Sandbrink, nachdem in der Küche ein Feuer ausgebrochen war. Die Feuerwehr Hiddenhausen rückte mit einem Großaufgebot an. Probleme bereitete den Wehrleuten vor allem die Deckenkonstruktion der Doppelhaushälfte, die aus Holz, Stroh und Lehm bestand. „Wegen Einsturzgefahr konnten wir den Brand nur in der Anfangsphase von innen bekämpfen“, sagte Einsatzleiter Bernd Gante.

 

Um 20.19 Uhr schrillten bei den Aktiven des Löschzugs Eilshausen die Funkmeldeempfänger. Nachbarn hatten zuvor die Feuerwehrleitstelle verständigt. Als das erste Löschfahrzeug wenig später vor Ort eintraf, schlugen die Flammen bereits aus dem Küchenfenster im Erdgeschoss der linken Doppelhaushälfte. Die Lage sei zu diesem Zeitpunkt völlig unklar gewesen, schilderte Gante. Deshalb rückte der Löschzug Schweicheln-Bermbeck zur Verstärkung an. „Wir haben dann allerdings relativ schnell die Information bekommen, dass sich niemand mehr im Gebäude befindet!“ Die Bewohner der benachbarten Haushälfte hatten sich zur Sicherheit ebenfalls nach draußen begeben und warteten in sicherer Entfernung.

Zunächst übernahm ein Trupp unter Atemschutz die Brandbekämpfung im Innenangriff. Der Küchenraum stand zu diesem Zeitpunkt lichterloh in Flammen. Die beiden Feuerwehrmänner brachten die Lage mit dem Hohlstrahlrohr relativ schnell unter Kontrolle. Doch als sie mit dem Einreißhaken die Holzbalkendecke zum Obergeschoss kontrollierten, zeigte sich, dass sich das Feuer bereits weiter ausgebreitet hatte. „Die Flammen haben sich in die Konstruktion aus Holz, Strohmatten und Lehmputz hineingefressen und einen Nachbarraum ebenfalls erfasst“, erläuterte Gante. Deckenteile hätten herunterfallen und die Feuerwehrleute verletzen können. Der Einsatzleiter entschied deshalb, die weiteren Löschmaßnahmen nur noch von außen durchzuführen.

 

Schaum und Netzmittel eingesetzt

Die Feuerwehr versuchte in den folgenden Stunden ihr Möglichstes, um alle Brandnester zu erreichen. Ein Baufachberater des THW stand den Wehrleuten dabei zur Seite.  Ihnen gelang es schließlich, die Flammen mit Schwerschaum zu ersticken. Strahlrohre mit Netzmittelpatronen seien ebenfalls verwendet worden,  erklärte Gante. „Dadurch konnte das Wasser tief in die brennenden Materialen eindringen.“ Außerdem öffnete die Feuerwehr Teile der Dachfläche vom Korb der Drehleiter aus, um den Dachstuhl zu kontrollieren.   

Bürgermeister Andreas Hüffmann und Ordnungsamtsleiterin Inge Beeskau waren ebenfalls zum Sandbrink geeilt. Sie kümmerten sich um die Unterbringung der beiden Männer. Deren Wohnung ist nach dem Brand unbewohnbar. Da sich die Löscharbeiten bis gegen 3.40 Uhr hinzogen, kamen die Bewohner der benachbarten Doppelhaushälfte zunächst bei Freunden unter. Ihr Zuhause blieb allerdings durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr unbeschädigt.

Zeitweise waren 75 Ehrenamtliche der Hiddenhauser Wehr vor Ort. Eine Rettungswagenbesatzung der Feuerwehr Bünde hatte sich um den Eigenschutz der Helfer gekümmert.  

Die Polizei beschlagnahmte das Brandhaus unmittelbar nach Abschluss der Löscharbeiten.  Am Freitagmorgen nahmen Beamte der Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache auf.   

 

                                                                                                                      Von Jens Vogelsang

                                                                                                                      (Text u. Fotos)

 


In einer Doppelhaushälfte am Sandbrink in Hiddenhausen-Eilshausen steht am Donnerstagabend die Küche in Brand.

 

 


Drehleitereinsatz im dichten Brandrauch: Vom Korb aus wird die Dachhaut geöffnet, um den Dachstuhl zu kontrollieren.

 

 

 


Eine Rettungswagenbesatzung der Feuerwehr Bünde steht bereit, um den Eigenschutz der Einsatzkräfte sicherzustellen.

 


Die Feuerwehr Hiddenhausen ist mit einem Großaufgebot angerückt. Zeitweise sind 75 Ehrenamtliche im Einsatz.