Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Hiddenhausen
Hiddenhausen. Exakt 200 Mal waren die Ehrenamtlichen der Feuerwehr Hiddenhausen im vergangenen Jahr im Einsatz. Dabei handelte es sich überwiegend um kleinere technische Hilfeleistungen. Die Zahl der Brandstiftungen ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, und von größeren Unglücken blieben die Bewohner der Großgemeinde nahezu vollständig verschont. Während der Jahreshauptversammlung (16.02.2024) zog Wehrführer Mario Daume gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern, Bernd Gante und Nicholas Jost, Bilanz. „Die Wehr ist personell gut aufgestellt und verfügt über eine moderne Ausrüstung.“
Am frühen Freitagabend hatte die Brandmeldeanlage eines holzverarbeitenden Betriebs im Industriegebiet ausgelöst. Glücklicherweise handelte es sich nur um einen Fehlalarm, sodass die Hauptversammlung pünktlich beginnen konnte. Beide Löschzüge, zahlreiche Vertreter aus Rat und Verwaltung sowie eine Abordnung des Technischen Hilfswerks aus Herford waren im Gerätehaus Schweicheln-Bermbeck zusammengekommen. Dieter Wollersheim, Fachberater Seelsorge, fand während der Totenehrung zu Beginn der Versammlung nachdenkliche Worte. „Die Welt scheint durch Krieg und Gewalt aus den Fugen geraten zu sein.“ Doch es gebe immer auch Hoffnung. Von guten Mächten wunderbar geborgen, so laute ein Lied von Dietrich Bonhoeffer. Feuerwehr und Rettungsdienst helfen den Menschen in der Not. „Sie gehören zu den guten Mächten auf dieser Welt.“ Bürgermeister Andreas Hüffmann dankte den Feuerwehrleuten auch im Namen von Rat und Verwaltung für die im letzten Jahr geleistete Arbeit. Die Hochwassersituation während der Weihnachtszeit sei eine besondere Herausforderung gewesen. Feuerwehrleute aus Hiddenhausen waren zur Verstärkung in Bünde und Vlotho eingesetzt, um die Deiche von Else und Weser zu sichern. „Ihr habt unseren Nachbarn zur Seite gestanden“, meinte Hüffmann. Er beklagte gleichzeitig die zunehmende Zerrissenheit in der Gesellschaft. Darum sei es wichtig, in der Gemeinde füreinander da zu sein. „Mit Eurem ehrenamtlichen Einsatz leistet Ihr einen großen Beitrag für den Zusammenhalt.“
Am Karfreitag löscht die Wehr an der Langen Brede einen Wohnhausbrand. Insgesamt ging die Zahl der Brandeinsätze aber zurück.
Ehrungen, Einsetzungen, Beförderungen und eine Verabschiedung stehen während der Jahresarbeitstagung auf dem Programm.
Schlüsselübergabe für das neue HLF 20 des Löschzugs Eilshausen:
(v.l.) Wehrführer Mario Daume, Löschzugführer Bernd Gante und Bürgermeister Andreas Hüffmann.
Stellvertretender Wehrführer Nicholas Jost ging im Anschluss auf das Einsatzgeschehen ein. Im vergangenen Jahr löschten die Aktiven einem Großbrand, zwei Mittelbrände und 24 Kleinfeuer. Weniger Brandstiftungen hätten zu einem Rückgang der Brandeinsätze gegenüber dem Vorjahr geführt, sagte Jost. Weiterhin leisteten die Wehrleute bei 29 Wasser- und Sturmschäden sowie vier Verkehrsunfällen Technische Hilfe. 22 überörtliche Einsätze, bei denen oftmals das Tanklöschfahrzeug 4000 und die Drehleiter angefordert wurden, sind in der Einsatzstatistik ebenfalls aufgeführt. Gleich in 32 Fällen war höchste Eile geboten, weil zumeist ältere Menschen hilflos in ihren Wohnungen lagen. „Wir haben die Türen geöffnet und damit den Weg für den Rettungsdienst frei gemacht“, erläuterte der Vizechef. Am frühen Morgen des Karfreitags waren die Wehrleute zu ihrem größten Einsatz ausgerückt. An der Langen Brede brannte ein Wohnhaus. Die Bewohner hatten sich zuvor gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Jost ging auch auf das Lehrgangsgeschehen ein. Zehn Feuerwehranwärter aus der Gemeinde absolvierten ihre Grundausbildung, die gemeinsam mit den Feuerwehren Herford und Vlotho stattfand. „Auch über 40-Jährige, die erst spät den Weg zur Feuerwehr gefunden haben, waren mit dabei.“ Zudem wurden Drehleitermaschinisten-Lehrgang, Fahrsicherheitstraining und Atemschutznotfalltraining durchgeführt. Die Löschzüge Eilshausen und Schweicheln-Bermbeck sichern den Brandschutz in der Großgemeinde. Sie sind personell annähernd gleich stark und verfügen über insgesamt 125 Aktive, davon 18 Frauen.
Jugendwart Dustin Diekmann und Amtsvorgänger Fabian Grün berichteten während der Hauptversammlung über die Aktivitäten der beiden Jugendfeuerwehrgruppen. Im vergangenen Jahr unternahm der Feuerwehrnachwuchs unter anderem einen Ausflug zum Flughafen Hannover, wo der Flughafenfeuerwehr ein Besuch abgestattet wurde. Die Brandschutzerziehung und –aufklärung zählten ebenfalls zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen. Allein 221 Kinder wurden im vergangenen Jahr mit dem Thema vertraut gemacht. Anja Rainey und Gerd Plümers kümmern sich federführend um diesen Bereich. Sie wecken in Kindergärten und Schulen ganz nebenbei auch das Interesse für die Jugendfeuerwehr und die Kinderfeuerwehr, deren Gründung bevorsteht.
Kreisbrandmeister Bernd Kröger überbrachte die Grüße des Kreisfeuerwehrverbandes, der mit 2.781 Mitgliedern einen neuen Höchststand erreicht habe. Er lobte besonders das Engagement der Schnelleinsatzgruppe (SEG) des Löschzugs Eilshausen, die in den Abend- und Nachtstunden die Fahrzeuge der Kreisfeuerwehrzentrale besetzt. „Die Einrichtung ist dadurch besonders leistungsfähig.“
Schließlich standen noch Ehrungen, Einsetzungen und Beförderungen sowie eine Verabschiedung auf dem Programm. Dr. Torge Brüning und seine beiden Stellvertreter, Fabian Stadelmann und Jan Hendrik Pieper, übernehmen weiterhin die Leitung des Löschzugs Schweicheln-Bermbeck. Wehrführer Mario Daume überreichte den drei erfahrenen Führungskräften ihre Einsetzungsurkunden, die für sechs Jahre Gültigkeit haben. Florian Ruthe (25 Jahre aktive Mitgliedschaft) wurde mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes NRW in Silber ausgezeichnet. Dirk Flachmeier und Jens Vogelsang erhielten das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold (35 Jahre aktive Mitgliedschaft). Jürgen Brunke blickt auf eine 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr zurück. Dafür bekam er die Ehrennadel in Gold des Verbandes der Feuerwehren in NRW verliehen. Bernd Günzel, der 1977 in die Freiwillige Feuerwehr eintrat, wurde an diesem Abend in die Ehrenabteilung verabschiedet.
Zum Abschluss der Hauptversammlung überreichte der Bürgermeister symbolisch den Schlüssel für das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug an den Wehrführer. Der MAN (Typ TGM 13.320) mit Magirus-Aufbau hat 2.000 Liter Löschwasser im Tank und hydraulische Rettungsgeräte an Bord. Rund 400.000 Euro hat die Gemeinde dafür investiert. „Beide Löschzüge verfügen jetzt über jeweils zwei sogenannte HLF 20, die ähnlich ausgestattet sind, um im Notfall optimal helfen zu können“, so Mario Daume.
Von Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)
Beförderungen während der Jahreshauptversammlung:
Feuerwehrmann/ -frau
Anna Brünger
Justin Fischer
Manuel Frei
Jean-Pierre Kuhlmann
Thomas Saam
Daniel Schulze
Dominic Steiner
Nils Strack
Daniel Töws
Oberfeuerwehrmann/ -frau
Felix Beckmann
Lukas Heinsch
Maik Minning
Max Pampel
Laura Reeck
Dominik Zdonek
Hauptfeuerwehrmann
Dustin Diekmann
Nico Saliger
Unterbrandmeister
Lukas Rottmann
Oberbrandmeister
Yannick Ehlebracht
Patrick Flachmeier
Thomas Rainey
Das Interesse an der Hauptversammlung, die im Gerätehaus Schweicheln-Bermbeck stattfindet, ist groß.
(v.l.) Bürgermeister Andreas Hüffmann und Wehrführer Mario Daume.
(v.l.) Dr. Torge Brüning und Dieter Wollersheim, Fachberater Seelsorge.
Dustin Diekmann und Fabian Grün berichten über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr.
(v.l.) Jugendwart Dustin Diekmann, Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier und Jugendwart a.D. Fabian Grün
(v.l.) Anja Rainey und Gerd Plümers sind bei der Feuerwehr Hiddenhausen für die Brandschutzerziehung und –aufklärung zuständig.
Auszeichnung für Florian Ruthe (25 Jahre aktiver Dienst), …
… Dirk Flachmeier (35 Jahre aktiver Dienst), …
… Jens Vogelsang (35 Jahre aktiver Dienst) und …
… Jürgen Brunke (50-jährige Mitgliedschaft).
Bernd Günzel (2. v.l.) wird in die Ehrenabteilung verabschiedet.
Leiten weiterhin den Löschzug Schweicheln-Bermbeck: (v.l.) Dr. Torge Brüning, Fabian Stadelmann u. Jan Hendrik Pieper.
Zahlreiche Ehrenamtliche erhalten ihre Beförderungsurkunden.
(v.l.) Thomas Rainey und Patrick Flachmeier sind jetzt Oberbrandmeister.
