Grundausbildung erfolgreich zum Abschluss gebracht
Herford/Hiddenhausen/Vlotho. Über mehrere Wochen hinweg haben 23 junge Feuerwehrleute aus Herford, Hiddenhausen und Vlotho die Schulbank gedrückt. Jetzt ist es geschafft: Der gesamte Lehrgang hat seine Grundausbildung erfolgreich beendet (25.09.2026). Fabian Stadelmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Hiddenhausen, zeigte sich zufrieden. „Alle haben gut mitgearbeitet und vollen Einsatz gezeigt.“ Dieser Ansicht schlossen sich seine Amtskollegen, Axel Freitag (Feuerwehr Herford) und Sven Detering (Feuerwehr Vlotho), an.
Die Grundausbildung bei der Feuerwehr umfasst rund 160 Stunden. „Vier Module in Theorie und Praxis haben die Feuerwehranwärter/innen hinter sich gebracht“, sagt Lehrgangsleiter Stadelmann. Am Freitagabend steht die praktische Prüfung auf dem Programm. Auf dem Gelände der Stadtwerke Herford an der Werrestraße flackert Blaulicht in der Dämmerung auf. Neun Lehrgangsteilnehmende sind mit dem Mittleren Löschfahrzeug und dem Rüstwagen angerückt. Ein Mitarbeiter, dargestellt von einem Statisten, ist mit seinen Beinen unter einem Röhrenstapel „eingeklemmt“. Gruppenführer Olaf Strehlow erteilt den Einsatzbefehl: „Zur Menschenrettung mit Hebekissen und Sicherungsmaterial vor!“ Die Gruppe arbeitet Hand in Hand zusammen. Während Leander Butte (Hiddenhausen) den „Verletzten“ betreut, kümmern sich Maya Hutton (Herford) und Max Panzner (Hiddenhausen) vom Angriffstrupp um seine Befreiung. Pascal Hoffmann (Vlotho) und Jens Lelewell (Vlotho) unterstützen sie dabei. Zunächst sichern die angehenden Einsatzkräfte die Röhren mit Spanngurt und Holzkeilen. Nachdem das erledigt und die Einsatzstelle mit einem Scheinwerfer ausgeleuchtet ist, werden die Röhren mit dem pneumatischen Hebekissen langsam angehoben. Schließlich bringen die Anwärter/innen den „verletzten Arbeiter“ mit vereinten Kräften in Sicherheit. „Das war eine vorbildliche Übung“, lobt Seven Detering den fehlerfreien Ablauf. Ähnlich gute Leistungen zeigen die übrigen Lehrgangs-Teilnehmenden im Anschluss.

Feuerwehrleute aus Herford, Hiddenhausen u. Vlotho haben gemeinsam ihre Grundausbildung beendet.

Während der praktischen Prüfung auf dem Gelände der Stadtwerke Herford bringen die Anwärter/innen eine „eingeklemmte Person“ in Sicherheit.
Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres hatte die Modulausbildung begonnen. Zunächst setzten sich die Anwärter/innen mit den Rechten und Pflichten im Feuerwehrdienst auseinander. Zudem absolvierten sie einen Erste-Hilfe-Lehrgang unter der Federführung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Im Modul 2 lag der Fokus auf den Themen Selbstretten und Sichern. Der Feuerwehrnachwuchs lernte den sicheren Umgang mit tragbaren Leitern, Knoten und Stichen kennen. Zudem standen „Die neun Gefahren an der Einsatzstelle“, von „A“ wie Atemgifte bis „E“ wie Einsturz, auf dem Programm. Im Frühsommer dieses Jahres folgte der Ausbildungsabschnitt zu den physikalisch-chemischen Grundlagen des Verbrennungsvorgangs und den Wirkungsweisen der verschiedenen Löschmittel, wie Wasser, Schaum und Pulver. Im praktischen Teil stand der Umgang mit Schlauch und Strahlrohr im Mittelpunkt. Die Anwärter/innen trainierten verschiedene Löschangriffe. C-, B- und Schaumrohr kamen zum Einsatz und das taktische Vorgehen über tragbare Leitern wurde geübt. Eindrucksvoll demonstrierten die Ausbilder an einem Simulationsmodell, wie sich ein Schwelbrand durch die plötzliche Zufuhr von Sauerstoff sekundenschnell zu einem Vollbrand entwickelt. Im letzten Teil der Grundausbildung, die nun endete, stand schließlich die Technische Hilfe im Vordergrund. Nach einer Einführung in die mechanischen Geräte, darunter Brechstange, Büffelheber und Mehrzweckzug, folgte die Praxis am Gerätehaus Schweicheln-Bermbeck. Unter Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät wurden drei Schrottautos zerlegt, um die Befreiung „eingeklemmter Unfallopfer“ realitätsnah zu üben.
Vor der praktischen Prüfung am Freitagabend waren die Nachwuchskräfte zunächst bei einem theoretischen Test gefordert. Sie beantworteten 20 Fachfragen aus allen vier Modulen und zeigten dabei ebenfalls kaum Schwächen. Damit sind die frisch ausgebildeten Feuerwehrleute ab sofort bereit für den Einsatzdienst. Ausgelernt haben sie allerdings noch nicht. „Es folgen weitere Lehrgänge, wie die Atemschutz-Geräteträgerausbildung, die an der Kreisfeuerwehrzentrale stattfindet“, so Fabian Stadelmann.
Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)

Ein praktischer Test umfasst 20 Fragen aus dem gesamten Spektrum der Modulausbildung.


Lageeinweisung

Der Gruppenführer gibt den Einsatzbefehl.



Vornahme von hydraulischem Rettungsgerät











Vornahme von einem pneumatischen Hebekissen



Die „verletzte Person“ wird in Sicherheit gebracht.
